Hänsel und Gretel

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Hänsel und Gretel

erstellt am 09. Dezember 2016

Hänsel und Gretel als Flüchtlingskinder, „Schutzsuchende”, die vor Terror und Krieg in ihrer angestammten Heimat flüchten. In der Ferne, hinter dem Grenzzaun von Idomeni, in der Mitte des Waldes, sehen sie einen geschmückten Christbaum: Symbol der christlichen Nächstenliebe und eines Lebens in Wohlstand. Dass es in dieser Inszenierung von Engelbert Humperdincks Oper ein Happy End geben wird, schulden wir einzig und allein der Tatsache, dass es sich um ein Märchen handelt.

Studierende Institut Musiktheater
Opernorchester und Opernchor der Kunstuniversität Graz
Musikalische Leitung: Frank CRAMER
Inszenierung: Ernst M. BINDER
Ausstattung: Leonie BRAMBERGER (Studierende Bühnengestaltung)


SA 28. / MO 30.01 / MI 1.02.2017, 19.00 Uhr
MUMUTH, György-Ligeti-Saal

18.15 Uhr MUMUTH Lounge: Aperitif zur Veranstaltung

OPERNFRÜHSTÜCK: SO 22.01.2017, 11.00 Uhr, MUMUTH


Ernst M. Binder zu seiner Inszenierung von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel

Engelbert Humperdincks Märchenspiel in drei Akten Hänsel und Gretel gilt gemeinhin als Kinderoper.
Entstanden in der Spätromantik, wird sie gerne in der Adventzeit ins Repertoire der Opernhäuser geholt, um junge Menschen für das Medium Oper zu interessieren. Neben Modernisierungsversuchen
im Sinne von poppigen, bunten Bühnenbildern und Videoeinspielungen wurde die Handlung oft psychologisch interpretiert. Dabei wird zuweilen die Partie der Hexe von der gleichen Sängerin wie die der Mutter gesungen. Üblich ist auch die Besetzung der Hexe mit einem Tenor; der Regisseur Giancarlo de Monaco inszenierte die Oper „nur für Erwachsene” und deutete die Geschichte als Kindesmissbrauch.


Mich interessiert die gesellschaftspolitische Dimension dieser Oper und ich denke, sehr wohl
auch Kinder mit dieser meiner Deutung unserer Wirklichkeit konfrontieren zu können. Bei mir sind Hänsel und Gretel Flüchtlingskinder, „Schutzsuchende”, die vor Terror und Krieg in ihrer angestammten Heimat flüchten. Ich lasse die Geschichte im griechischen Idomeni an der mazedonischen Grenze spielen. In der Ferne, hinter dem Grenzzaun, in der Mitte des Waldes, sehen sie einen geschmückten Christbaum: Symbol der christlichen Nächstenliebe und eines Lebens in Wohlstand. Dass sich die Verheißungen unserer Konsumgesellschaft gegen die Neuankömmlinge wenden, wissen wir nicht nur aus der Geschichte, die die Gebrüder Grimm erzählen. Dass es auf der Bühne trotzdem ein Happy End geben wird, schulden wir leider einzig und allein der Tatsache, dass es sich um ein Märchen handelt.


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